Nachhaltigkeit prägt unsere Strategie
In der Koehler-Gruppe haben wir uns ambitionierte Nachhaltigkeitsziele gesetzt – und blicken bereits auf beachtliche Erfolge zurück. Einige unserer Ziele, die wir für 2030 anvisieren, haben wir schon erreicht oder übertroffen. Diese positive Entwicklung bestärkt uns darin, den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen.
Koehler-Versprechen
Koehler verspricht, bis 2030 bilanziell mehr Energie aus erneuerbaren Quellen zu erzeugen, als für die Papierproduktion benötigt wird.
Strom wurde 2024 bilanziell aus erneuerbaren Quellen erzeugt
Wärme wurde 2024 bilanziell aus erneuerbaren Quellen erzeugt
Für unsere Nachhaltigkeitsstrategie haben wir sechs wesentliche Handlungsfelder identifiziert, die als Grundlage für unser Engagement dienen. Diese klar definierten Bereiche strukturieren und fokussieren unsere Maßnahmen, um Nachhaltigkeit gezielt und wirksam in allen Unternehmensprozessen zu verankern. Mit diesem systematischen Ansatz steuern wir konkrete Maßnahmen und setzen Prioritäten, um langfristig ökologische, soziale und ökonomische Ziele vereinen zu können.
Verantwortungsvoll einkaufen
der Fasern, die wir verwenden, sind FSC®- oder PEFC-zertifiziert.
Erfolgreiche, zukunftsfähige
Produkte und Services
Innovation ist der Schlüssel zu erfolgreichen Produkten. So waren wir in 2024 in über 20 Partnerschaften mit externen Organisationen, wie Universitäten und Start-ups, aktiv, was die Bedeutung von Forschung und Entwicklung für die Koehler-Gruppe unterstreicht. Auch das Ziel, 15 Prozent unseres Umsatzes mit Produktinnovationen zu erwirtschaften, haben wir erreicht.
Ein herausragendes Beispiel für unsere Innovationskraft ist die Entwicklung flexibler Verpackungspapiere mit Barrierefunktionen, die für Teeverpackungen optimiert sind. Mit zukunftsweisenden Lösungen reagieren wir hier auf die wachsende Nachfrage nach umweltfreundlichen Verpackungsmaterialien, die sowohl die Produktqualität erhalten als auch ökologischen Anforderungen entsprechen.
Die Qualität unserer Produkte spiegelt sich zudem in einer äußerst geringen Reklamationsquote wider, die bereits heute unter 0,3 Prozent liegt – ein Ziel, das wir ursprünglich für 2030 angestrebt hatten. Diese hervorragende Quote belegt die Präzision und Sorgfalt in unseren Herstellungsprozessen und unterstreicht unser Qualitätsversprechen an unsere Kunden.
Nachwachsende Rohstoffe und
verantwortungsvolle Quellen
Als rohstoffbasiertes Unternehmen legen wir großen Wert darauf, unsere Materialien von verantwortungsbewussten Lieferanten zu beziehen. Dieses Bekenntnis zeigt sich in konkreten Zahlen: Die Frischfasern, die wir einsetzen, stammen zu 100 Prozent aus nachhaltiger Forstwirtschaft und kontrollierten Quellen. Die wichtigsten Zertifizierungssysteme für eine nachhaltige Forstwirtschaft sind der Forest Stewardship Council® (FSC®) und das Programme for the Endorsement of Forest Certification (PEFC). Den Plan, bis 2024 80 Prozent FSC®/PEFC-zertifizierte Fasern zu verwenden, haben wir mit einem aktuellen Anteil von 86 Prozent deutlich übertroffen.
Diese Zahlen verdeutlichen unser Engagement für eine verantwortungsvolle Rohstoffbeschaffung. Indem wir zertifizierte Fasern nutzen, leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Wälder und zur Förderung einer nachhaltigen Forstwirtschaft.
Ressourceneffizienz
Beim Thema Ressourceneffizienz haben wir besonders im Bereich der Wassernutzung bedeutende Fortschritte erzielt. Mit vier Litern Abwasser pro Kilogramm Papier gehört unser Werk Kehl zu den wassersparsamsten Papierproduktionen Europas. Die Abwasseraufbereitung wurde mit modernsten Technologien erweitert, sodass dort das gesamte Produktionswasser behandelt werden kann. Dadurch entlasten wir lokale Gewässer und die kommunale Kläranlage und verkleinern den ökologischen Fußabdruck unserer Produktion weiter. Die Papiermaschine 4 im Werk Oberkirch haben wir mit einer Schuhpresse ausgestattet. Sie presst bis zu 5 Prozent mehr Wasser aus der Papierbahn als die bisherige Technik. Bei der nachfolgenden Trocknung sparen wir dadurch rund 15 Prozent Dampf. Das beschleunigt den Gesamtprozess und macht ihn gleichzeitig energieeffizienter, weil das Heizkraftwerk weniger Dampf erzeugen muss.
Visionär beim Klimaschutz
Um unseren Ausstoß fossiler Treibhausgase zu reduzieren, ersetzen wir in unseren Heizkraftwerken fossile durch nachwachsende Rohstoffe. Im Kraftwerk Greiz verfeuern wir seit Anfang 2024 Holzstaub statt Braunkohle und im Kraftwerk Oberkirch seit Ende 2024 Biomasse statt Steinkohle. Dafür haben wir in Oberkirch drei Annahmestellen für Biomasse errichtet und vier Silos, um die Biomasse zu lagern. Außerdem wurde die Brennkammer an den neuen Brennstoff angepasst. Bei der Lieferlogistik für die Biomasse haben wir die Fahrstrecken so optimiert, dass die LKW nur kurz auf dem Werksgelände sind, um die Nachbarschaft möglichst wenig zu beeinträchtigen. Zollikofer hat das französische Holzhandelsunternehmens REKO Energie Bois übernommen, um die Versorgungssicherheit unserer Heizkraftwerke mit Biomasse langfristig zu erhöhen.
Durch die Umbaumaßnahmen sparen wir in Greiz 24.000 Tonnen direkte fossile Kohlendioxid-Emissionen pro Jahr ein, in Oberkirch sind es rund 150.000 Tonnen. Dadurch reduzieren wir den Kohlendioxid-Ausstoß der Koehler-Gruppe um mehr als die Hälfte. Schon vor mehr als zehn Jahren haben wir im Koehler-Versprechen Energie aus erneuerbaren Quellen als einen zentralen Baustein unserer Klimaschutzstrategie benannt und kommen in der Entwicklung Schritt für Schritt voran.
Konzernweite Emissionsminderung durch die Dekarbonisierungsprojekte an den Standorten Oberkirch und Greiz
in t CO2e gegenüber dem Referenzjahr 2022
Erfolgsfaktor Mensch
Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter treiben mit ihrer Arbeit die positive Entwicklung der Koehler-Gruppe voran. Wir wollen ihnen ein Umfeld bieten, in dem sie sich weiterentwickeln können – von der Ausbildung bis zum Renteneintritt. Mit einer Ausbildungsquote von 4,8 Prozent haben wir unser für 2030 gestecktes Ziel von 4 Prozent bereits übertroffen. Über alle Lehrjahre hinweg absolvieren mehr als 100 Menschen ihre Ausbildung oder ein duales Studium an unseren Standorten Oberkirch, Kehl, Willstätt, Weisenbach und Greiz.
Auch bei der Weiterbildung sind wir auf einem sehr guten Weg: Durchschnittlich 24,5 Stunden haben unsere Beschäftigten 2024 in ihre Weiterbildung investiert – deutlich mehr als die für 2024 anvisierten 20 Stunden. Unser breites Angebot umfasst E-Learning-Module und Präsenzschulungen zu allen Aspekten der fachlichen und persönlichen Entwicklung. Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die Führungsaufgaben übernehmen möchten, bieten wir ein Programm zum Einstieg in die Führungsrolle an.
Besonders stolz sind wir auf unser neues technisches Ausbildungszentrum auf dem Koehler Group Campus in Willstätt. Mit mehr als 3.000 Quadratmetern Fläche bietet es fünfmal so viel Platz wie die bisherige Ausbildungswerkstatt und ist mit hochmoderner Technik ausgestattet. Rund 1,5 Millionen Euro haben wir in den Aufbau dieser Werkstatt investiert, in der 42 junge Menschen zwei Jahre lang die Grundfertigkeiten der Elektronik, Industriemechanik und Mechatronik erlernen.
Fachkräfte, die in den Berufen der Papierindustrie ausgebildet sind, sind immer schwieriger zu finden. Wir haben deshalb ein Quereinsteigerprogramm aufgelegt. Es gibt Menschen mit Erfahrung in anderen Berufsfeldern die Möglichkeit, sich für eine Tätigkeit in unserer Papierproduktion zu qualifizieren. In Kooperation mit dem Ausbildungszentrum für Papierberufe in Gernsbach haben wir ein modulares Konzept entwickelt, das theoretische Grundlagen mit einem hohen Praxisanteil verbindet. In dieser kompakten Weiterbildung erlangen Interessierte die wichtigsten Fähigkeiten, um sicher und produktiv an der Papiermaschine zu arbeiten.
Wachsen des Unternehmenswertes
Bereits 2023 haben wir damit begonnen, uns auf die verpflichtende Nachhaltigkeitsberichterstattung nach der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) der Europäischen Union (EU) vorzubereiten. Die EU-Taxonomie ergänzt die CSRD und legt fest, welche Wirtschaftsaktivitäten aus EU-Sicht als ökologisch nachhaltig gelten.
Dass sich unser konsequentes Engagement für Nachhaltigkeit auch wirtschaftlich auszahlt, zeigt die Bewertung durch EcoVadis. Die internationale Ratingagentur bewertet Unternehmen umfassend in den Bereichen Umwelt, Soziales, Ethik und Lieferkette. Die Koehler-Gruppe durchläuft jährlich diese ganzheitliche Analyse, die uns hilft, unsere Leistung in Bezug auf Nachhaltigkeit transparent zu machen und kontinuierlich zu verbessern. Die Bewertung durch EcoVadis dient als wichtiger externer Maßstab, um unsere Fortschritte in der Nachhaltigkeitsstrategie zu messen und gezielt Optimierungspotenziale zu identifizieren. Mit 90 von 100 möglichen Punkten haben wir den Platin-Status erreicht und damit unser für 2030 gestecktes Ziel von 80 Punkten bereits jetzt weit übertroffen. Der Platin-Status ist die höchste Auszeichnung im EcoVadis-Bewertungssystem. „Wir gehören damit zu den Top-1-Prozent der weltweit am besten bewerteten Unternehmen in Bezug auf Nachhaltigkeit und verantwortungsvolles Geschäftsverhalten“, freut sich Nachhaltigkeitsmanager Jens Kriete. Diese hervorragende Bewertung bestätigt unsere Vorreiterrolle im Bereich der Nachhaltigkeit und ist ein starkes Signal an unsere Kunden, Partner und Investoren.
Nachhaltigkeitsmanager Jens Kriete (links) und Vorstand Technik Dr. Stefan Karrer (rechts) freuen sich über die Auszeichnung mit dem EcoVadis-Platin-Status.
Kein Extrajob, sondern DER Job
Trotz aller Erfolge stehen wir bei der Umsetzung unserer Nachhaltigkeitsziele vor Herausforderungen: Nachhaltigkeit ist mehr als eine Strategie – sie lebt von der Überzeugung und Mitwirkung aller, die bei uns arbeiten, sei es an der Papiermaschine oder im Topmanagement. Wir bemühen uns, die gesamte Belegschaft einzubinden, und möchten jede und jeden der mehr als 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter motivieren, Nachhaltigkeit nicht als zusätzliche Aufgabe zu verstehen, sondern als integralen Bestandteil ihrer täglichen Arbeit.
Um das Thema Nachhaltigkeit ganzheitlich abzubilden, müssen alle Unternehmensbereiche enger zusammenarbeiten als bisher. Die Herausforderung liegt dabei manchmal im scheinbar Trivialen: Während manche Abteilungen Kennzahlen pro Tonne Papier berechnen, beziehen andere die Angaben auf den Quadratmeter. Diese unterschiedlichen Herangehensweisen sind das Ergebnis einer heterogenen Datenerfassung innerhalb der Koehler-Gruppe. Diesen und viele weitere Prozesse gilt es zu vereinheitlichen und durch Digitalisierung zu optimieren.
Darüber hinaus befinden wir uns ständig im Spannungsfeld zwischen ökologischen Investitionen und wirtschaftlicher Machbarkeit, zum Beispiel beim Einkauf von Zellstoff. Es ist uns wichtig, möglichst nur Fasern bester Qualität und aus zertifizierter Forstwirtschaft und kontrollierten Quellen zu verarbeiten. Gleichzeitig müssen die Kosten angemessen bleiben. Nur wenn alle Unternehmensbereiche eng zusammenarbeiten, können wir prinzipielle Interessenkonflikte abwägen und konstruktiv lösen und den Nachhaltigkeitsgedanken weiter in der gesamten Koehler-Gruppe verankern.
Heute planen, was morgen zählt
Um diesen Herausforderungen zu begegnen, haben wir verschiedene Maßnahmen ergriffen. Das Thema Nachhaltigkeit ist fest in unserer internen Kommunikation verankert. Bereits bei der Einarbeitung neuer Kolleginnen und Kollegen vermitteln wir die Koehler-Werte, zu denen Nachhaltigkeitsprinzipien seit jeher zählen. Darüber hinaus schulen wir unser Einkaufsteam zum nachhaltigen Supply Chain Management. Die Abteilung Marketing und Kommunikation verstärkt eine zusätzliche Mitarbeiterin, die sich auf die Kommunikation von Nachhaltigkeitsthemen innerhalb des Unternehmens und in die Öffentlichkeit konzentriert.
Die monatlichen Sitzungen des Nachhaltigkeitsausschusses haben wir von einem Update-Termin zu einem aktionsorientierten Austauschformat weiterentwickelt. Alle Mitglieder wirken aktiv mit und präsentieren den Fortschritt ihrer Arbeitsbereiche und Projekte. Das schafft eine dynamischere und wirksamere Zusammenarbeit.
Zudem integrieren wir das Thema Nachhaltigkeit aktiv in unsere Mittelfristplanung: Vorgesehene Maßnahmen werden daraufhin geprüft, welche Nachhaltigkeitsziele sie unterstützen, und Budgets werden so gesteuert, dass sie ökologische, soziale und wirtschaftliche Stabilität langfristig stärken. Schrittweise entwickeln wir diese Prozesse weiter, um Nachhaltigkeit nahtlos in alle Abläufe einzubinden, und überprüfen regelmäßig, ob unsere Ziele noch aktuell sind oder angepasst werden müssen. Mit einem rollierenden Vier-Jahres-Horizont stellen wir heute schon die Weichen für eine nachhaltige Zukunft.
Indem wir Nachhaltigkeit in alle unsere Geschäftsprozesse integrieren, schaffen wir die Grundlage für eine zukunftsfähige Entwicklung der Koehler-Gruppe im Einklang mit den Ertragserwartungen und den Bedürfnissen von Umwelt und Gesellschaft. Wir sind überzeugt, dass ökonomischer Erfolg und ökologische Verantwortung keine Gegensätze sind, sondern vielmehr zwei Seiten derselben Medaille. Nur wer nachhaltig wirtschaftet, wird langfristig erfolgreich sein – zum Wohle des Unternehmens, der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und der Gesellschaft.