Kreislaufwirtschaft im Fokus: Bundestagsabgeordneter Hubertus Heil besucht PEZO in Hohenhameln
Im Rahmen einer Sommertour hat der Bundestagsabgeordnete Hubertus Heil gemeinsam mit der Parla-mentarischen Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter die PEZO Holzverwertung GmbH & Co. KG am Standort Hohenhameln-Stedum besucht. PEZO ist ein Joint Venture von Zollikofer und der Peiner Ent-sorgungsgesellschaft (PEG). Begleitet wurden die Gäste vom Landtagsabgeordneten Julius Schneider, der Landratskandidatin Julia Semper sowie Sebastian Hebbelmann, Bürgermeisterkandidat für Hohenha-meln. Im Mittelpunkt standen die praktische Umsetzung der Kreislaufwirtschaft vor Ort sowie aktuelle Herausforderungen der Branche.
Einblicke in Prozesse und Anlagen vor Ort
Bei einem Rundgang über das Betriebsgelände erhielten die Gäste Einblicke in die verschiedenen Statio-nen der Abfallverwertung und Recyclingprozesse. Dabei wurde deutlich, wie unterschiedliche Stoffströ-me wie Altholz, Papier, Kunststoffe und Metalle aufbereitet und einer weiteren Nutzung zugeführt wer-den. Insbesondere die effiziente Sortierung und hochwertige Verwertung tragen dazu bei, wertvolle Res-sourcen im Kreislauf zu halten und Emissionen zu reduzieren. „Unser Ziel ist es, Materialströme so effi-zient wie möglich zu nutzen und Rohstoffe langfristig im Kreislauf zu halten. Der heutige Besuch zeigt, wie wichtig der direkte Dialog mit der Politik ist, um hierfür die richtigen Rahmenbedingungen zu schaf-fen“, erklärt David Pfaff, Geschäftsführer bei PEZO.
Kreislaufwirtschaft als Schlüssel für Klimaschutz und regionale Wertschöpfung
Im anschließenden Austausch wurde die zentrale Rolle der Kreislaufwirtschaft für den Klimaschutz, die Schonung begrenzter Ressourcen sowie die wirtschaftliche Entwicklung in der Region hervorgehoben. Gerade regionale Stoffkreisläufe leisten einen wichtigen Beitrag zur Wertschöpfung vor Ort. In diesem Zusammenhang wurde auch die nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie der Bundesregierung themati-siert, die darauf abzielt, Ressourcen effizienter zu nutzen, Stoffkreisläufe zu schließen und die Abhängig-keit von Rohstoffimporten zu reduzieren.
Hubertus Heil betonte: „Die PEG ist ein wichtiger Akteur der Kreislaufwirtschaft im Peiner Land. Hier wird jeden Tag dafür gesorgt, dass wertvolle Rohstoffe im Kreislauf bleiben und wieder genutzt werden kön-nen. Das schont Ressourcen und schafft regionale Wertschöpfung.“ Als Teil dieses regionalen Wert-schöpfungsnetzwerks bündelt die PEZO die Kompetenzen ihrer Gesellschafter in der Altholz- und Bio-masseverwertung und trägt zur Weiterentwicklung effizienter Stoffkreisläufe bei.
Zentrale Branchenthemen im Fokus
Im Dialog mit der Politik brachten Vertreter von PEZO zentrale Herausforderungen aus der Praxis ein, darunter die derzeit geltenden Abstandsvorgaben, die die Integration erneuerbarer Energien in die in-dustrielle Versorgung erschweren und flexiblere, standortbezogene Regelungen erfordern.
Auch bei der Novellierung der Altholzverordnung wurde Anpassungsbedarf gesehen, etwa durch alter-native Bewertungsverfahren, um Messwertabweichungen einzelner Proben weniger stark zu gewichten und eine ökologisch sinnvollere Verwertung zu ermöglichen.
Darüber hinaus wurde der Zielkonflikt zwischen stofflicher und thermischer Verwertung von Altholz thematisiert: Während Altholz in der Spanplattenindustrie stofflich genutzt oder thermisch zur Energie-gewinnung eingesetzt werden kann, sollte aus Sicht der Kreislaufwirtschaft die stoffliche Nutzung, wo möglich, priorisiert werden, um Holz länger im Wertstoffkreislauf zu halten. Auch die Aufbereitung von Biosiebüberläufern bietet Potenzial, indem wertvolle Stoffe zurückgewonnen und verbleibende Anteile als biogener Brennstoff genutzt werden können.
Dialog zwischen Wirtschaft und Politik als wichtiger Impulsgeber
Der Besuch verdeutlichte einmal mehr, wie wichtig der enge Austausch zwischen Politik und Industrie ist, um geeignete Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft zu schaffen. PEZO versteht sich dabei als aktiver Partner, der seine praktische Erfahrung gezielt in politische Entscheidungsprozesse einbringt. „Wir brauchen verlässliche und praxisnahe Rahmenbedingungen, damit innovative Lösungen in der Kreislaufwirtschaft ihr volles Potenzial entfalten können“, so das Fazit von Dr. Tilman Rilling, Ge-schäftsführer bei PEZO, im Anschluss an den Austausch.