Blau ist das neue Grün
Blaue Kassenzettel? Die meisten haben schon mal einen in der Hand gehabt. Das ist unter anderem Oliver Unseld von der Ökobon GmbH zu verdanken, der als Händler bei der Verbreitung von Blue4est®, dem nachhaltigen Thermopapier von Koehler, Pionierarbeit geleistet hat. Jetzt will er mit seinem Unternehmen dafür sorgen, dass Blue4est® auch für Versandetiketten zur umweltfreundlicheren Alternative wird.
„Am Anfang wollte niemand das blaue Papier haben“, erinnert sich Oliver Unseld und schmunzelt. Er ist Geschäftsführer der Ökobon GmbH, die er 2015 mit seiner Lebenspartnerin Birgit Feigl gegründet hat. Mit dem blauen Papier meint er Blue4est®, das innovative Thermopapier von Koehler Paper. Dass die blauen Kassenzettel mittlerweile zum Alltag gehören, liegt auch an Unseld und seinem Unternehmen. Dabei hatte er ursprünglich gar nichts mit Papier zu tun. „Ich habe Kassensysteme im Ökohandel verkauft“, erzählt er. „Eines Tages rief mich ein Kunde, Herr Berger vom Bioladen der Lebenshilfe in Bad Dürkheim, an.“ Ein Mitarbeiter einer großen Papierfabrik habe ihm ein neuartiges Bonpapier zum Testen gegeben, ob Unseld sich das einmal anschauen wolle. „Herr Berger wusste, dass ich viele Kontakte in der Branche habe, und wollte mich mit Koehler vernetzen.“
Unseld war neugierig. Zusammen mit seiner Partnerin folgte er einer Einladung des Papierhersteller an dessen Sitz in Oberkirch. Dort erfuhren sie, was es mit dem neuartigen Thermopapier auf sich hat. „Ich hatte schon mal gehört, dass Thermopapier problematische Stoffe enthält“, so Unseld. Denn die schwarze Farbe auf dem Papier entsteht durch eine chemische Reaktion. Als Farbentwickler kommt zum Beispiel Bisphenol S zum Einsatz. Deswegen darf gängiges Thermopapier auch nicht im Altpapier entsorgt werden.
Es gibt bei Thermopapier keine Alternative zu Blue4est®, wenn man verantwortungsbewusst handeln will.
Es gibt bei Thermopapier keine Alternative zu Blue4est®, wenn man verantwortungsbewusst handeln will.
Geschäftsführer der Ökobon GmbH
Bei Blue4est® entsteht die Farbe in einem rein physikalischen Prozess. Kleine Bläschen in der Funktionsschicht kollabieren durch die Hitze des Thermodruckkopfes, sodass die darunterliegende schwarze Schicht sichtbar wird. Das Verfahren kommt ohne Chemikalien aus, d.h. die Ausdrucke können bedenkenlos im Altpapier entsorgt werden. „Ein neues Thermopapier ohne Entwicklerchemikalien, das auf bestehenden Druckern verwendet werden kann – das fand ich genial“, erinnert sich Unseld. „Noch auf dem Rückweg von Koehler fiel uns der perfekte Name für das neue Thermopapier ein: Ökobon.“
Bewusstsein schaffen
Kurze Zeit später ging er mit der Ökobon GmbH an den Start und machte erste Markttests im Biohandel. „Wir waren auf Messen, haben tausende Musterpakete verschickt und mit Händlerinnen und Händlern gesprochen“, erinnert er sich. „Kaum jemandem war bewusst, dass im Thermopapier Stoffe enthalten sind, die nicht in die Umwelt gehören.“ „Am Anfang war der Weg recht steinig“, erzählt Christian Huber. Er leitet den technischen Kundenservice für Neuentwicklungen bei Koehler Paper. Mit seinem Team hat er auch die Entwicklung und den Markteintritt von Blue4est®begleitet. Huber und Unseld haben sich besonders in der Anfangszeit oft ausgetauscht. „Ich war die Schnittstelle zu den Druckerherstellern“, erzählt Huber. Ihnen schickte er das Papier, das sie dann für ihre Kassensysteme zertifizieren sollten. Im Einzelhandel braucht man ein solches Zertifikat, um das Papier verwenden zu dürfen.
Enge Zusammenarbeit
Unseld hat Huber immer wieder kontaktiert, ob es für diesen oder jenen Drucker eine Freigabe gibt. Eine weitere Herausforderung war das Druckbild, das auf dem blauen Papier anfangs oft nicht perfekt war, so dass Koehler bei der Herstellung der nächsten Charge nachjustieren musste. „Aber die Biohändler sind alle Entwicklungsschritte mitgegangen“, erinnert sich Unseld. „Um 2018 hat es dann Klick gemacht und das Papier wurde immer mehr angenommen und bestellt, auch außerhalb des Biohandels.“ Heute gehören tausende Händler zu den Kunden der Ökobon GmbH und bestellen dort regelmäßig Blue4est®. Inzwischen ist das blaue Thermopapier am Markt etabliert und kann auch bei Wiederverkäufern bestellt werden.
Wir testen weitere Bereiche, in denen Blue4est® eingesetzt werden kann.
Wir testen weitere Bereiche, in denen Blue4est® eingesetzt werden kann.
Leiter Technischer Kundenservice Neuentwicklungen bei Koehler Paper
Versandetiketten ohne Chemie
„Wir sind auch heute noch absolut begeistert von Blue4est® und brennen für Ökobon“, so Unseld. Das ist auch der Grund, warum Koehler Paper mit einem neuen Anliegen zu ihm kam. „Wir testen weitere Bereiche, in denen Blue4est® eingesetzt werden kann“, erklärt Huber. Da das Papier für den direkten Kontakt mit Lebensmitteln zugelassen ist, liegt es nahe, es auch für Obst- und Gemüseetiketten zu verwenden. Diese Variante ist als BLUE4EST® PRO erhältlich.
„Als nächstes hatten wir die Idee, dass wir Logistiketiketten machen können.“ Bei der Suche nach einem Partner, um die Etiketten im Versand zu testen, dachte man gleich an Unseld. „Koehler fragte, ob wir die Etiketten ausprobieren wollen“, erzählt er. „Klar wollten wir das.“ Das Ökobon-Team testete die neuen Etiketten erst einmal mit einem kleinen Teil ihrer Versandpakete – mittlerweile tragen alle ausgehenden Sendungen bei Ökobon Etiketten mit Blue4est® PRO. Bei den Versandlabels gab es andere technische Herausforderungen als bei den Kassenzetteln, doch auch hier bewährte sich die Zusammenarbeit von Koehler und Ökobon. „Wenn man verantwortungsbewusst handeln will, gibt es keine Alternative zu Blue4est®“, ist Unseld überzeugt. „Der Standard sollte nicht das weiße Thermopapier sein, sondern das blaue.“
Thermopapier ohne Chemie
So funktioniert Blue4est®
Blue4est® ist das innovative Thermopapier von Koehler. Es beruht auf einem rein physikalischen Prozess, ist garantiert frei von chemischen Entwicklern und kann problemlos in gängigen Thermodruckern verwendet werden. Es wurde bereits mit mehreren Umweltpreisen ausgezeichnet und ist das erste Thermopapier, das für den direkten Lebensmittelkontakt zugelassen ist. Außerdem ist Blue4est® beständig gegen Umwelteinflüsse und verblasst nicht, Aufdrucke sind auch in 35 Jahren noch lesbar.